Reflexion und Selbstreflexion

By Nadya Bujnowski | Leistungssteigerung

Ein absoluter Karrierekiller, wenn Sie von der Methode der Selbstkenntnis keinen Gebrauch machen! 

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Definition von Selbstreflexion

Die Selbstreflexion leitet sich von dem Begriff Reflexion ab. Reflexion oder reflektieren beschreibt die Hinwendung zu etwas. Sie wird auch mit den Begriffen spiegeln oder zurückwerfen gleichgesetzt. Stellen Sie es sich wie damals im Physikunterricht vor: Ein Spiegel wirft das Licht was auf ihn gerichtet wird zurück. Bei der Selbstreflexion werfen Sie einen Blick auf sich selbst zurück und führen ein inneres „Gespräch“ mit sich.

Selbstreflexion Bedeutung

Sich selbst zu reflektieren ist eine Hinwendung zu oder Spieglung von sich selbst. Es ist die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Selbstbeobachtung. Sich selbst reflektieren bedeutet, seine Gedanken auf sich wenden und über sich selbst nachzudenken. Dabei wirft man immer auch einen Blick zurück in seine Vergangenheit (ob das nun die vorherigen paar Minuten sind, über die Sie sich Gedanken machen, oder über Ereignisse von vor Jahrzenten). Wichtig ist, dass es bei der Selbstreflexion immer um Sie geht, darum wie Sie reagieren, entscheiden, handeln und fühlen.

Ist das denn wichtig?

JA, Selbstreflexion ist absolut erfolgskritisch! Vorausgesetzt, Sie wollen erfolgreicher werden und Ihr Verhalten diesbezüglich kontrollieren ;)! z.B. indem Sie sich persönlich und/oder beruflich weiterentwickeln. Oder indem Sie Ihr Verhalten und Ihre Entscheidungen besser anpassen, also kontrollieren können.

Kommen wir nun dazu, was Ihnen die Selbstreflexion überhaupt bringt. Was können Sie eigentlich davon erwarten?

Selbstreflexion Nutzen

In diesem Abschnitt geht es darum sich den tatsächlichen Nutzen regelmäßiger Reflexion bewusst zu werden.

Im Rückblick auf sich selbst beleuchten Sie Ihre vergangenen Ereignisse, Situationen, Emotionen, Gedanken sowie Entscheidungen. Während Sie also in Gedanken Vergangenes erneut „durchleben“ oder nachempfinden, lernen Sie sich selbst genauer kennen. Sie werden Ihr Handeln hinterfragen und bestenfalls nachvollziehen können. Sie werden sich über Ihre Reaktionen und den Einflussfaktoren Ihrer Reaktionen bewusst. Dieses Wissen über Sie verleiht Ihnen Selbstvertrauen und eine immense Power, Ihre Situationen, Emotionen, Gedanken sowie Entscheidungen in Zukunft viel gezielter und erfolgreicher zu steuern! Denn alles was Sie wissen, beeinflusst Ihr Verhalten UND Sie können diesen Einfluss jetzt steuern und für Ihren Erfolg nutzen!  

Wissen Sie wie gut Sie im Reflektieren von sich selbst sind? Machen Sie jetzt gleich den Test und finden Sie es heraus!

Selbstreflexion Beispiel

Situation:

Nehmen wir an Sie und Ihre Arbeitskollegen haben einen absoluten Projekterfolg erzielt. Das wird natürlich gefeiert! Sie alle haben nun quasi Ihre Messlatte höher gelegt. Ab sofort wird man von Ihnen und Ihren Kollegen erwarten, dieses Erfolgsniveau zu halten. Eventuell ist sogar ein Bonus daran geknüpft, den Sie sich gern holen möchten. „Toll,“ denken Sie, „wenn wir das einmal geschafft haben, gelingt es uns auch ein weiteres Mal.“ Ist doch so, oder? In Sportmeisterschaften sehen wir doch auch oft die gleichen Siegesgesichter! Das ist absolut richtig und JA, natürlich können Sie dieses Niveau halten, wenn Sie wissen was Sie und Ihre Kollegen zu diesem großen Erfolg geführt hat!

Fallen Ihnen spontan ein paar Faktoren ein von denen Sie denken, dass sie Sie zum Erfolg geführt haben? Vielleicht so etwas wie „gute Kommunikation im Team“, „Anforderungen waren verständlich“, „Probleme konnten schnell gelöst werden“…

Problem:

Diese Beobachtungen bzw. Faktoren sind jedoch noch viel zu grob granular, als dass sie Sie für die Reproduktion Ihres Erfolgs verwenden können. Sie müssen herausfinden, an welchen Faktoren es lag, dass diese Erfolgsfaktoren so zum Erfolg geführt haben. Sie brauchen Ursache-Wirkung-Verständnis. Wenn Sie dieses mithilfe der Selbstreflexion erarbeitet haben, dann lässt sich Erfolg auch wiederholen, und zwar kontrolliert und mit deutlich größerer Wahrscheinlichkeit.

Zurück zum Beispiel: Sie werden z.B. erfahren, dass die Kommunikation so gut geklappt hat, weil Sie sich zwei feste wöchentliche Besprechungstermine mit Ihren Kollegen gesetzt haben, die alle wahrgenommen haben. Sie konnten die Anforderungen gut verstehen weil das Konzept gut gegliedert und detailreich war. Sie haben Probleme schnell lösen können, weil Sie einer optimalen Fehlerkultur folgen.

Erste Ergebnisse der Reflexion:

Mit diesen Informationen können Sie schon viel mehr anfangen, weil sie detaillierter und reproduzierbar sind. Vielleicht nicht immer von Ihnen selbst, aber das muss es auch nicht. Es geht darum, dass Sie erkennen und verstehen was den Erfolg auslöst. Dann können Sie die dafür verantwortlichen Personen darauf aufmerksam machen und ihnen passende Anforderungen geben. Damit möchte ich sagen, dass Sie auch erkennen und verstehen werden, dass Sie theoretisch für alles ein Stückweit ebenfalls verantwortlich sein können und Dinge beeinflussen können.

Sie können aber auch noch tiefer reflektieren und herausfinden:

-Wieso alle Kollegen an den Besprechungsterminen teilhaben konnten (waren es einfach gute Wochentage, Personen ohne Familie/Kinder, Vollzeitarbeitende, oder super Uhrzeiten?)

-Was dazu führte, dass das Konzept so detailreich und gut gegliedert war (bestimmter Mitarbeiter, neuer Mitarbeiter, bestimmte Regularien oder Prozessschritte, mehr Zeit?)

-Wieso die Fehlerkultur so optimal funktioniert (regelmäßige Meetings/Seminare, Belohnungen, kleines Team?)

Sobald Sie die Antworten haben, die Sie gesucht haben, die Sie wirklich weiterbringen und Ihnen Aufschluss geben, können Sie mit Ihren Kollegen den Erfolg gezielt und mit großer Wahrscheinlichkeit wiederholen. Warum? Weil Sie die Erfolgsfaktoren dann bewusst steuern bzw. beeinflussen können durch das, was Sie aus Ihrem Erfolg und der Reflexion gelernt haben!

Die Reflexion für sich selbst im Berufsalltag nutzen

Das gilt natürlich auch für Sie selbst. Wenn Sie an bestimmten Aufgaben hängen und nur schwer oder schleppend weiterkommen, dann pausieren Sie und reflektieren Sie. Finden Sie dabei heraus, wie Sie ein so ähnliches oder evtl. das gleiche Problem schon einmal hatten und was Ihnen zur Lösung verholfen hat. Das wenden Sie dann auch gezielt für Ihre Aufgabe bzw. das aktuelle Problem an und schreiben es sich für das nächste Mal vorsichtshalber auf. Behalten Sie beispielsweise auch Ihren Tagesplan im Blick und reflektieren Sie, wann Ihnen welche Aufgaben am besten gelingen. 

Reflexion schreiben

Ihre wertvollen Erkenntnisse sammeln Sie dann in Ihrem Erfolgsjournal, damit Sie sich beim Reflektieren an exakte, realitätsgetreue Situationen orientieren und Gelerntes besser umsetzen können. Andernfalls ist das Reflektieren deutlich weniger aussagekräftig und gibt Ihnen keinen guten Aufschluss über Situationen, Entscheidungen, usw. Denken Sie aber auch daran, die Antworten Ihres aufschlussreichen Dialogs mit sich selbst in Ihr Erfolgstagebuch aufzunehmen, um von Ihrer Selbstreflexion noch öfter zu profitieren. Vergleichen können Sie das mit Lessons-Learned-Workshops und dem Ableiten von Best Practices. 

Reflexion Methoden / Ansätze

Die Selbstreflexion ist ein Gespräch mit sich selbst, welches mit verschiedenen Methoden erreicht werden kann. Im Folgenden sind die unterschiedlichen Methoden zum Reflektieren der eigenen Person bzw. eigenen erlebten Situationen erklärt:

Methode Nr. 1: Spazieren gehen

Machen Sie 1x pro Woche einen längeren Spaziergang und lassen Sie dabei bestimmte Situationen Revue passieren. Wenden Sie Ihre volle Aufmerksamkeit darauf und fokussieren Sie Ihre Gedanken auf Ihre Reflexion.

Methode Nr. 2: Erfolgsjournal schreiben

Das Aufschreiben Ihrer Erfolge ist bereits eine Art der Reflexion. Sie wiederholen Ereignisse, Entscheidungen, etc. und gehen diese dabei automatisch gedanklich Schritt für Schritt noch einmal durch. Schreiben Sie nicht nur große Projekterfolge auf, notieren Sie auch kleine Erfolge. Das ist wichtig, damit sich eine Regelmäßigkeit im Reflektieren bei Ihnen einstellt.

Methode Nr. 3: Das innere Team

Stellen Sie sich vor, dass Ihre unterschiedlichen, inneren Stimmen quasi ein Arbeitsteam sind und gerade eine Konferenz abhalten. Sie selbst leiten diese Diskussion an, lassen Ihren Stimmen freien Lauf, fassen zwischendurch die Gedanken zusammen um sie zu strukturieren und kommen dann anhand der ganzen Informationen zu einer Entscheidung.

Methode Nr. 4: Meditation

Nehmen Sie sich jeden Morgen oder jeden Abend eine Auszeit für sich, in der Sie sich außer Reichweite von eventuellen Störungen wie Straßen- oder Personenlärm oder das Handy bzw. Telefon. Schalten Sie den Fernseher oder das Radio ab. Richten Sie Stille ein. Dann gehen Sie tief in sich und beantworten Ihre Fragen. Das darf auch eine Weile dauern, es gibt keine Vorgaben. Wichtig, damit es funktioniert: Sie dürfen nicht gestört werden und sich nicht stressen/hetzen lassen.

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Selbstreflexion – Fragen

Da es bei der Reflexion darum geht Antworten zu sich selbst und zu eigens erlebten Situationen zu erhalten, müssen richtige Fragen gestellt werden. Vor allem wenn es um Reflexion im Berufsalltag geht, haben Sie sicher bestimmte Gründe, Ziele oder eben Fragen, die Sie mithilfe der Reflexion beantworten möchten. Am besten schreiben Sie all Ihre Fragen auf, bevor Sie loslegen.

Falls Sie sich einfach nur selbst besser verstehen lernen wollen, helfen Ihnen folgende Fragen:

-Welche Ziele habe ich im vergangenen Jahr erreicht?

-Wieso habe ich diese Ziele erreicht, wieso nicht?

-Welche Pläne habe ich?

-Warum habe ich diese Pläne?

-Passt mein Umfeld noch zu mir und meinen Plänen?

-Welche Menschen sind mir wichtig?

-Wieso sind mir diese Menschen wichtig?

-Was finde ich gut an mir?

-Wieso finde ich das gut an mir?

-Was finde ich schlecht an mir?

-Woher kommt es?

-Wieso finde ich das schlecht an mir?

-Woher kommt es?

 -usw.

Es kann hier unendlich viele Fragen geben. Formulieren Sie die Fragen, die Ihnen besonders wichtig sind beantwortet zu werden.

Wie Sie vermutlich schon gemerkt haben, wiederholt sich eine Frage ziemlich oft. Das ist die Frage nach dem WIESO. Stellen Sie sich diese Wieso-Frage nach jeder Antwort die Sie auf die vorherige Frage gefunden haben. Das bringt Sie automatisch dazu den Kern, den Ursprung, den entscheidenden Faktor tatsächlich zu finden.

Fazit

Die Selbstreflexion ist wie ein Ritual, welches am besten regelmäßig ausgeführt wird. Es gibt Ihnen Aufschluss über Sie selbst, Ihren Charakter sowie Ihr Verhalten und Ihre Emotionen. Letztere sind besonders im beruflichen Alltag manchmal schwer zu kontrollieren oder anzupassen. Um darüber mehr Kontrolle und somit mehr Erfolg zu erzielen erweist sich die Reflexion als eine der besten Methoden um dies nachhaltig zu schaffen. Die (Selbst-)Reflexion erfordert Zeit, Geduld, eine ruhige Atmosphäre und bitte etwas zum Dokumentieren, weil Sie dann viel realitätsgetreuere Ergebnisse erhalten.

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About the Author

Ich bin gern mit Menschen in Kontakt, kommuniziere und diskutiere gerne. Die Eigenschaften 'Hilfsbereitschaft' und ein 'Hang zum Verrückt sein' charakterisieren mich ganz gut. Neben meinem Beruf schließe ich gerade meinen MBA ab. Ehrgeizig und offen für neue Herausforderungen bin ich demnach auch, allerdings nicht immer. Denn auch meine Motivation und Produktivität stellen nicht immer einen exponentiellen Graphen dar. Genau deshalb beschäftige ich mich aber so gern mit diesen Themen und teile Erfahrungen, Wissen und Tipps mit allen die das auch wollen :)

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