Mehr Produktivität durch Motivation

By Philipp Grüner | Allgemein

Die Macht der Motivation

Motivation ist, sofern sie intrinsisch ist, der absolut beste Zustand, um die eigene Produktivität enorm zu steigern.

Also als aller Erstes, wenn Sie sich "Mehr Produktivität" wünschen, ist die erste Antwort: "Mehr Motivation".

Und dabei ist es völlig egal, ob es dabei um Sie selbst, oder Ihre Mitarbeiter geht.

Der Grund dafür liegt einfach darin, dass unser Fokus durch die Motivation so stark beeinflusst wird, dass das Ablenkungspotential wesentlich geringer ist. Vor allem aber auch die innere Ablenkung, bzw. der innere Schweinehund. Denn wenn wir zum Beispiel für eine bestimmte Tätigkeit nicht gerade motiviert sind (weil Diese eben blöd ist), schieben wir sie auf.

Und wie ist es, wenn wir Tätigkeiten aufschieben?
>> Genau, unsere Motivation, sie anzugehen wird mit jedem Verschieben immer kleiner.

Und so startet die Abwärtsspirale zu sinkender Motivation. Das Schlimme daran ist, dass der sinkende Motivations-Pegel nicht bei der einen verschobenen Aufgabe bleibt. Stattdessen wirkt es sich auf unseren gesamten, und auch persönlichen, Motivations-Pegel aus.

Das Ergebnis von Vielen ist dann leider, dass Sie sich in Meetings stürzen. Ganz nach dem Motto "wenn Du nichts zu tun hast bzw. nichts, was Du gerade angehen möchtest, nimm doch an einer Besprechung Teil".

Und Meetings sind dann der absolut größte Produktivitätskiller. In unserem Podcast gibt es die Meeting-Triologie der Unproduktivität und startet bei Episode 9 - Das Meeting Zeitmonster.

Also was kann ich tun, wenn ich oder meine Mitarbeiter einen Motivationsschub gebrauchen können?

Motivation entsteht meist durch Inspiration oder äußere Umstände.

Inspiration

Inspiration kommt durch eigene Ideen zustande. Zum Beispiel, wenn Sie gerade im Gespräch auf eine gute Idee gekommen sind ("gut" ist dabei die subjektive Bewertung, dass Sie selbst von dieser Idee überzeugt sind).

Dadurch passiert sofort ein kleiner Ausschlag nach oben auf Ihrem Motivationsbarometer. Nun geht es darum, diesen zu halten und nicht gleich wieder zu verlieren, durch Gedanken wie "das ist aber schon sehr aufwändig", o.ä.

Äußere Umstände

Die gute Nachricht ist, dass Sie sich selbst (mit dem richtigen, individuellen Geschick auch Ihre Kollegen) durch äußere Umstände motivieren können.

Zum Beispiel, in dem Sie

  • Erfolg spüren: Haben Sie eine kleine Tätigkeit, die Sie sicher mit wenig Aufwand erledigen können, die auch wirklich nötig ist? Machen Sie das! Ihre Motivation wird es Ihnen sofort danken!
  • Die richtige Musik hören. Für jeden "Modus", den Sie einnehmen wollen, können Sie sich Ihre eigene Playlist anlegen. Das kann wirklich Wunder bewirken, und zwar sofort!
  • Erfolgszitate oder Erfolgsgeschichten lesen, die Sie berühren. Die Besten können Sie sich an einem schnell erreichbaren Ort ablegen, um immer bei Bedarf darauf Zugriff zu haben
  • 10 Minuten ein Hörbuch hören, dessen Autor Sie richtig motivieren kann (z.B. Arnold Schwarzeneggers Biografie)
  • Der am blödsten klingende Tipp, mit echter Wirkung: Grinsen Sie einfach gaaaanz fett! So richtig physisch! Mit beiden Mundwinkeln nach außen. Egal wie sinnbefreit das scheinen mag; ich Frage mich selbst immer wieder "was soll das denn nun bringen... an dieser Situation kann ich nun wirklich nichts ändern". Wenn ich mich dazu durchringe, und das Grinsen oder Lächeln 5 Minuten halte, habe ich mein Gehirn über meinen Körper so ausgetrickst, dass der Motivationslevel wieder steigt.

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Schreiben Sie gern in die Kommentare, wenn Sie Einiges davon versucht haben, oder wenn Sie noch weitere Tipps haben!


Wie kann ich Demotivation verhindern?

Weil wir Menschen sind, können wir nie ganz verhindern, dass wir durch Situationen demotiviert werden.

Wir können aber versuchen großen Durststrecken auszuweichen, bzw. es zu keinen Motivationslöchern kommen zu lassen.

Je tiefer das Motivationsloch ist, desto mehr Arbeit kostet es, sich dort wieder herauszugraben. Und das geht besonders auf Kosten der Produktivität.

Was führt also zu Demotivation?

Perfektionismus

Ist Perfektionismus nicht eine gute Eigenschaft?
>> Das kommt ganz darauf an!

Das größte Problem an Perfektionismus ist häufig, der Blickwinkel, aus dem die Qualität des Zustands gemessen wird.

So passiert es häufig, dass wir selbst Schwerpunkte setzen, die nur wir verstehen.

Weil die Aussage hinter diesem Satz nicht ganz einfach ist, eine detailliertere Ausführung:
Wir, die wir eine spezielle Tätigkeit ausführen sollen, sind häufig in diesem Thema a) besonders gut, oder b) besonders schlecht, aber wir sollen es lernen.

a) Wenn wir besonders gut sind, kennen wir uns wirklich tief mit der Materie aus. Wir sind also Spezialisten oder Experten. Also sehen wir alles, auf was es ankommen kann. Und zwar mit den "richtigen Augen".
In der Regel machen wir aber diese Aufgabe für jemand anderen. Zum Beispiel für einen Kunden, den Kunden eines Kunden, einen Kollegen, einen Verwandten, etc.

Diese Person hat diesen Blickwinkel nicht und schätzt das Engagement an dieser Stelle überhaupt nicht, weil er/sie es nicht sieht.
Geht es uns jetzt darum, es so zu machen wie wir es möchten (nämlich richtig), oder darum, dass der "Auftraggeber" glücklich ist?

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Wenn wir uns auf den Auftraggeber konzentrieren, können wir häufig "perfekt" abliefern, ohne perfektionistisch die umfangreiche Arbeit geleistet zu haben, die sonst niemand gesehen oder wertgeschätzt hätte.


Wenn die Aufgabe schneller erledig, und der Kunde glücklich ist haben Sie weniger Chancen sich bei dieser Tätigkeit demotivieren zu lassen.


b) Wenn wir eine Tätigkeit neu lernen sollen, sehen wir meist ohnehin den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Gefahr sich zu verzetteln ist enorm hoch. Und damit auch die Gefahr sich demotivieren zu lassen.

Das führt regelrecht dazu, dass wir für jede Kleinigkeit enorm viel Zeit aufwenden, die gar nicht nötig wäre.

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Auch hier gilt es, schnell zu verstehen, worauf es der Person wirklich ankommt, die am Ende den Nutzen haben wird.


Nicht der Person, die Sie möglicher Weise bei der Einarbeitung unterstützen soll!


Negative Kollegen

Wahrscheinlich hat jeder die Menschen um sich, die sprichwörtlich "das zur Hälfte gefüllte Glas" als LEER empfinden.

Eine mir bekannte Person wurde kürzlich von dem Auftraggeber für die gut erledigte Arbeit gelobt.
>> Was ist Ihre Reaktion auf ein Lob?

Die Reaktion dieser Person kam nicht im unmittelbaren "Gespräch des Lobens", sondern später am Mittagstisch zu anderen Kollegen:

"Wisst Ihr was passiert ist? XY hat doch tatsächlich gesagt, dass ich gute Arbeit geleistet habe!"


"Was für eine Unverschämtheit, wie er/sie sich einbilden kann mich einfach zu loben"
 


Weiterer unausgesprochener Subtitel:

"... als ob er/sie in der Position wäre, festzustellen, wie ich arbeiten kann ..."

Leider könnte ich noch Dutzend weitere Zitate von anderen Menschen nennen, die in der selben Liga spielen.

Meine ganz klare Empfehlung, so hart es klingt:
Halten Sie sich von diesen Menschen fern! Arbeitet auf professioneller Ebene zusammen und geht möglichst jedem Smalltalk aus dem Weg.

Die Motivationskurve hoch halten

Wir können uns nicht davor schützen, Einbrüche in unserer Motivationskurve zu haben.

Chronologische Kurve zur Motivation

Allerdings können wir uns mit den oben beschriebenen Tipps motivieren, auch wenn wir noch im oberen Drittel unserer Motivation sind.

Wir müssen also nicht erst warten, bis unsere Motivation spürbar im Keller angekommen ist, sondern können uns in regelmäßigen "Ritualen" motivieren.

Mit dieser Vorgehensweise, bleiben wir wirklich leistungsfähig und produktiv. Und vor allem haben wir Spaß!
Der nette Nebeneffekt ist, dass die Arbeitszeit auch "schneller vorbeigeht"; bzw. spielt das eine viel geringere Rolle, solange wir motiviert sind.

Fazit

  • Motivation ist ein wesentlicher Faktor für Ihre Produktivität
  • Wir sind alle betroffen von Motivationsschwankungen
  • Es gibt einfache Mittel, mit denen wir extern unseren Motivationslevel steuern können
  • Halten Sie Ihre Motivation aufrecht indem Sie:
    • Den Blickwinkel zu Perfektionismus wechseln und so perfekt abliefern, ohne es perfekt durchgeführt zu haben
    • Personen oder Situationen solange möglich meiden, die Ihre Motivation zerstören
    • Sich regelmäßig motivieren, auch (und gerade) wenn Sie total motiviert sind.
Ihr Feedback hilft uns sehr, uns auf die wichtigen Dinge zu fokussieren!
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About the Author

Philipp Grüner ist seit 2008 Unternehmer im IT Bereich und führt ein junges Unternehmen, mit durchschnittlich 8 Mitarbeitern, das kundenindividuelle Herausforderungen löst. Der Schwerpunkt der Kundenanforderungen liegt auf SAP CRM, ERP LOrd und S/4HANA. Mit bitpuls.de verfolgt er das Ziel, Lösungen für wiederkehrende Produktivitätsengpässe im Projektleben zu erstellen, um so den stetig wachsenden Bedarf an Kapazitäten zu befriedigen und Personalausfällen durch Motivation und Spaß vorzubeugen.

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