Interview: gefakte Zielerreichung Podcast

By Nadya Bujnowski | Podcast-Insights

Folge 32

Was dich in der Folge erwartet:

Erfahre...

  • ...wie andere ihre Produktivität vortäuschen
  • ...wie du das Gefühl bekommst, all deine Ziele erreicht zu haben
  • ...welche fatalen Folgen das für dich hat
  • ...was das mit deiner Jobsicherheit zu tun hat
  • ...warum produktiv sein die bessere Wahl ist

Jetzt abspielen:

Überblick

Im Interview habe ich eine Person, die aus dem Nähkästchen aus ihrem eigenen agilen Projekt geplaudert hat.

Nachdem die Zielerreichungsquote der in der Story verteilten Projekte mit in die Zielvereinbarungen eingeht, wurde dort beschlossen, dass man sich zukünftig weniger vornimmt.

Nach dem, was man in der Trackingsoftware ablesen kann, sieht es jetzt aber eher so aus, als würden die Ziele locker erreicht werden, aber jeder zögert den Abschluss der Themen hinaus.. bis zur nächsten Sprintplanung.

Leute, so funktioniert das mit der Zieldefinition aber nicht. Damit erreicht ihr zwar die Ziele, aber das ist alles andere als produktiv.

Und vor allem für Euch selbst! Wenn ihr nichts zu tun habt, weil die Stories ja schon fertig sind, und ihr deshalb einfach nur noch Zeit totkämpfen müsst, macht es euch nicht mal Spaß.

Und derjenige der euch bezahlt, kommt wesentlich langsamer (und teurer) ans Ziel.

Ein typischer Fall einer lose-lose-Variante. 

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Transkript

Hallo und herzlich willkommen hier zum nächsten bitpuls Podcast! Ich habe gestern ein anonymes Interview geführt, mit einer Person die logischerweise nicht genannt werden möchte, weil die Insights die ich hier demonstrieren oder wieder geben darf, sind anonym und dürfen nicht wiedererkannt er/sie/es will sich davor schützen wiedererkannt zu werden und deshalb gebe ich nur wieder, was ich in dem Interview erfahren habe. Und ja und nenne keine Namen und keine Firmen und so weiter und so fort.

Also jedenfalls gibt es bei diesen, also er/sie/es ist, nennen wir die Person einfach mal, ah nein, also ich rede einfach mal von 'er'. möglicherweise war es eine Frau aber ich sag jetzt immer er zu dieser Person, ist software Entwickler in einer Firma und die haben ein Team und sind alle ganz modernen und agil und arbeiten da schön vor sich hin und haben zwei Wochen Sprints. Jetzt haben die ne Sprintplanung gemacht und dort war es dann so, dass bei denen ist es regelmäßig so, dass sie sich eigentlich eher zu wenig Sachen vornehmen, oder dass eigentlich immer zu wenig Themen vergeben werden, an die acht oder zehn Personen was da im Team sind. 

Und als ich das gehört habe. habe ich mir gedacht >>das ist natürlich auch ein Weg, um seine Ziele zu erreichen<<. Man verteilt einfach weniger Arbeit, dann erreicht man die Ziele locker. Also vor allem wenn dann das Gehalt daran hängt, also die Zielerreichungs-quote von einem persönlich oder auch vom ganzen Team, macht es ziemlich viel Sinn einfach die Ziele niedrig zu stellen. Finde ich cool. Wie findet ihr das? Auf jeden Fall geht es ja dann weiter. Jetzt gibt es dann einzelne Personen, die haben dann eben überhaupt keine neuen Stories bekommen sondern arbeiten einfach so rum und müssen alle Tickets abarbeiten. Das coole ist natürlich, dass diese Tickets jetzt da schon ewig herumliegen und jetzt hat er/sie mir dann erzählt, dass das normalerweise also da sind jetzt ungefähr 20 offene, die jetzt hier rumliegen und diese 20 offenen Tickets die werden jetzt von ihm angegangen sozusagen oder von ihr und nach ungefähr so drei Tagen oder sowas ist dann halt schon der Status erreicht, dass ein Viertel der 20 Tickets dann abgearbeitet ist und das waren wohl aber auch schon die aufwändigeren.

Das heißt vermutlich, jetzt einfach nur wie sich das so darstellt, vermutlich ist man in zwei Wochen mit allen 20 Tickets durch und da ist sogar noch dick Luft gewesen. Das heißt, was machen die anderen Leute die ganze Zeit, wenn die nur eine eigene Story haben über zwei Wochen und diese Story ist dann nach zwei Tagen schon fertig. Das ist jetzt ein neuer Aspekt aber ungefähr so hat sie /er mir das geschildert, dass es oft vorkommt, dass die Leute dann einfach das schon abarbeiten manchmal. Manchmal nicht und das was dann abgearbeitet wird, das wird aber nicht in die nächste Spalte im Jira geschoben, weil da gibt es ja noch irgendwelche Acceptance-Tests oder so vielleicht, die man selber macht, aber es gibt natürlich auch ganz viel auf Spiegel-online.de was man zwischendrin lesen muss. was ja auch Zeit kostet, was natürlich nicht in den Stories und in den Tickets erwähnt ist. Jedenfalls ist es ein interessantes Modell und ich wollte das jetzt mal von einer anderen Seite beleuchten, weil man kann sich natürlich auch immer austricksen, um gefühlt produktiv zu sein. 

Aber Leute das hat nichts mit Produktivität zu tun und also es hat was mit Zielerreichung zu tun, aber warum hat es nichts mit Produktivität zu tun? Also ich komme jetzt nicht mit der Peitsche wieder raus, so dieses >>ja du musst jetzt mehr machen und so<< versteht's mich nicht falsch, aber es bringt euch nichts. Ganz ehrlich wenn ihr den halben Tag auf Spiegel online surft, was meint ihr wie lang euch der Arbeitstag vorkommt. Also da fehlt's dir dann wirklich an Motivation am Ende, weil wenn du einfach etwas zu tun hast und wenn du siehst wie deine Sachen voran gehen, das ist nicht so, dass ich sagte >>ruh dich nicht aus oder mache nichts dazwischen<< im vollkommenen Gegenteil, weil die Ruhe ist ja total wichtig aber, wenn du sowas machst, dann hast du jeden Morgen in der Früh das Gefühl >>boah will ich überhaupt in die Arbeit kommen und dann fällt dir auf einmal auch auf, och eigentlich tut mir der Kopf weh oder hier habe ich was, was mache ich denn jetzt. Ach ich glaube ich schreibe mich krank << also dann kommt ihr in den richtigen Trott des Nichtstuns und glaubs mir oder glaubs mir nicht, aber es erfüllt dich nicht, es bringt dich nirgendwo hin du stehst einfach da und macht halt deine Arbeit um Geld zu verdienen, weil das irgendwo so gestanden ist. Aber weder bringst du denjenigen der dir das Geld zahlt, nämlich deinen Arbeitgeber in die Richtung in die ihr kommen möchte, weil das was du dann auch noch so nebenbei tust, hat wahrscheinlich nicht mal eine besondere Qualität, noch bringst du ihn irgendwie in dem Kostenrahmen dahin wo er auch stehen könnte und das ist einfach nur also wenn es dir so wenig Spaß macht, dann ich komme wieder zu meiner alten Leier: dann such dir einen anderen Job, wenn du zu alt dafür bist dir einen anderen Job zu suchen, dann eine andere Position in dem Job oder sprich mit irgendjemand darüber, aber das ist quatsch.

Also bitte sagt mir eure Kommentare dazu, ob ihr auch solche Kollegen kennt und vielleicht kann man da ja auch mögliche Wege entwickeln, wie man diese diese Personen auch wieder motiviert. Ich habe schon einen Haufen Podcasts zur Motivation gemacht, ich werde aber noch weiterhin ganz, ganz viele neue machen, möglicherweise passt genau auf solche Individuen ein wunderbares Motivationsmittel und ich lasse mir noch mal was durch den Kopf gehen, aber das ist echt scheiße, das hat nichts mit Produktivität zu tun und diese Zielerreichung des is ja fake.

Also danke fürs Zuhören und ich wünsche dir einen ganz ganz guten Start in den Tag und dann freue ich mich, wenn wir uns nicht Folge wieder hören.

Bis dann  

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About the Author

Ich bin gern mit Menschen in Kontakt, kommuniziere und diskutiere gerne. Die Eigenschaften 'Hilfsbereitschaft' und ein 'Hang zum Verrückt sein' charakterisieren mich ganz gut. Neben meinem Beruf schließe ich gerade meinen MBA ab. Ehrgeizig und offen für neue Herausforderungen bin ich demnach auch, allerdings nicht immer. Denn auch meine Motivation und Produktivität stellen nicht immer einen exponentiellen Graphen dar. Genau deshalb beschäftige ich mich aber so gern mit diesen Themen und teile Erfahrungen, Wissen und Tipps mit allen die das auch wollen :)

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